Die Meinungsmacher
Von Michael Kent, basierend auf einem Artikel von Dr. Tim O‘Shea

von | Mrz 31, 2018 | Massen-Medien, Pharma

(Aus Depesche 05/2003)

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wer die Art, wie wir über bestimmte Dinge denken, prägt und formt? Wieso denken die Menschen heutzutage über bestimmte Themen auf annähernd oder gänzlich identische Weise? Wieso glauben die meisten von uns, Milch sei gesund und Fleisch ein Stück Lebenskraft? Wieso glauben wir, eine Grippeimpfung könnte uns vor Grippe schützen (obwohl es seit Jahren Geimpfte erwischt wie Ungeimpfte), Krebs sei eine tödliche Krankheit und nur die Schulmedizin könne helfen (wobei die Todesrate in der Schulmedizin nach sieben Jahren bei rund 95 Prozent liegt und in der Alternativmedizin deutlich besser ist)? Wieso haben Pharmaunternehmen zumeist einen so guten Ruf? Wieso trauen die Menschen immer noch denselben Politikern, obwohl sie seit vielen Jahrzehnten auf identische Weise betrogen werden? Woher kommt die Idee des menschengemachten Klimawandels, der schmelzenden Polkappen (das Gegenteil ist wahr), woher kommen gesellschaftliche Strömungen wie die Homo-Ehe oder das sog. Gender-Mainstreaming? Was immer Sie denken, nach der Lektüre des folgenden Artikels könnten Sie möglicherweise etwas anderes denken!

Die Fesseln der Filterung unserer Wahrnehmung und der gesellschaftlichen Konditionierung sind heute schwerer abzustreifen denn je. Wir sind die wahrscheinlich programmiertesten Wesen, welche die Welt je gesehen hat. Nicht nur, dass unsere Gedanken und Einstellungen kontinuierlich geformt und gestaltet werden, unser ganzes Bewusstsein scheint subtil und unerbittlich ausgelöscht zu werden.

Es ist allgemein kaum bekannt, wie „Allgemeinwissen“ über Tausende Medienclips ins öffentliche Bewusstsein gepflanzt wird. Daher möchte ich ein wenig Basiswissen über die Informationshandhabung in der westlichen Welt zur Verfügung stellen. Sobald die Grundlagen verdeutlicht wurden, wird der Leser in der Lage sein, jeden beliebigen Bericht in den heutigen Nachrichten in Frage zu stellen.

Die erste Regel lautet: „Wenn jedermann an etwas glaubt, ist es vermutlich falsch.“ In der westlichen Welt ist Alltagsweisheit mit Massenakzeptanz – um es auf einen kurzen Nenner zu bringen – zumeist so entstanden: Jemand hat dafür bezahlt.

Beispiele: • Medikamente machen gesund. • Impfungen machen immun. • Bei Infektionen braucht man Antibiotika. • Chemotherapie und Bestrahlung sind effektive Behandlungsmethoden gegen Krebs. • Krankenhäuser sind sicher und sauber. • Tierisches Eiweiß ist wichtig für unsere Ernährung. • Ob man dick wird oder nicht, hängt davon ab, wie viel man isst (Kalorien zählen)! • Milch ist ein guter Kalzium-Lieferant. • Aspirin schützt vor Herzinfakt. • Die Bundesbehörde für Medikamentenzulassung prüft alle Medikamente eingehend, bevor sie auf den Markt kommen. • Schwangerschaft ist ein medizinischer Zustand. • Das Ziel der Gesundheitsvorsorgeindustrie ist Gesundheit. • HIV ist die Ursache von AIDS. • ADHS entsteht durch eine Stoffwechselstörung im Gehirn (und die Lösung dafür heißt Ritalin & Co.) • Ohne Impfungen würden die Seuchen zurückkehren. • Chronische Schmerzen sind eine normale Alterserscheinung. • Soja ist Ihre gesündeste Proteinquelle. • Insulininjektionen heilen Diabetes. • Wenn wir Ihre Gallenblase entfernt haben, können Sie essen, was Sie wollen. • Arthrose ist nicht heilbar. • Deutschland ist Jodmangelgebiet usw.

Diese Liste von Illusionen hat Milliarden gekostet, um herbeibeschworen zu werden. Haben Sie sich je gefragt, warum die meisten Leute über die hier aufgeführten Dinge in gleicher Art und Weise denken?

Wie es begann!

Im Buch „Trust Us We’re Experts“ („Vertrauen Sie uns, wir sind Experten“) haben die Autoren John Stauber & Sheldon Rampton verblüffende Informationen zusammengetragen, welche die „Wissenschaft“ der Erzeugung einer „öffentlichen Meinung“ beschreiben. Sie verfolgen die moderne öffentliche Beeinflussung zurück bis in das frühe vorige Jahrhundert und beleuchten dabei die Arbeit von Typen wie Edward L. Bernays, dem Vater der Verdrehung. Aus Bernays Buch „Propaganda“ lernen wir, wie er die Ideen seines berühmten Onkels Sigmund Freud übernahm und sie auf die gerade entstehende „Wissenschaft der Massenbeeinflussung“ anwendete. Der einzige Unterschied war, dass Bernays die Prinzipien nicht dazu benutzte, um verborgene Motive im menschlichen Unterbewusstsein aufzudecken, sondern um Illusionen zu schaffen, welche die Menschen zu Profitzwecken betrogen und Tatsachen verfälschten.

Ein Leitgedanke der frühen Massenbeeinflusser wie Edward Bernays war: „Demokratie ist zu gut fürs Volk. Man muss ihm sagen, was es denken soll, weil es von sich aus nicht zu rationalem Denken fähig ist.“

Der Vater der Verdrehung

Bernays dominierte die PR -Industrie seit den 1930ern und war weitere 40 Jahre lang eine bedeutende Kraft. Er nahm Hunderte verschiedene Aufträge an, um die öffentliche Wahrnehmung einer Idee oder eines Produkts zu erschaffen oder zu (ver-)formen. Als Neueinsteiger beim Ausschuss für Öffentliche Informationen war einer seiner ersten Aufträge, der amerikanischen Öffentlichkeit den Ersten Weltkrieg mit der Vorstellung zu verkaufen, „die Demokratie auf der Welt zu sichern.“ (Ein Prinzip, das bis heute für jeden US-Krieg herhalten muss.)

Während der nächsten Jahrzehnte entwickelte Bernays die Prinzipien, mit denen Menschenmassen durch hundertfach wiederholte Nachrichten beeinflusst werden können. Bernays beschrieb die Öffentlichkeit als eine „Herde, die geführt werden muss“. Das Herdendenken mache die Leute „empfänglich für Führung“. Er wich dabei nie von seinem Grundprinzip ab, „die Massen ohne ihr Wissen zu kontrollieren“, da dies die beste PR sei.

Diese frühen Massenbeeinflusser posierten, als würden sie einen moralischen Dienst für die Menschheit leisten: Demokratie ist zu gut fürs Volk; man muss ihm sagen, was es denken soll, weil es von sich aus nicht zu rationalem Denken fähig ist. Hier ein Auszug aus Bernays Buch Propaganda: „Wer die verborgenen Mechanismen der Gesellschaft manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes darstellt. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unser Geschmack gebildet und unsere Ideen größtenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art, wie unsere Demokratie organisiert ist. […] In fast jeder Handlung unseres Lebens – ob in der Politik oder bei Geschäften, im sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken – werden wir durch eine relativ geringe Zahl von Personen beherrscht, die die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen!“

Bernays glaubte, dass nur einige wenige den nötigen Einblick ins Gesamtbild haben, um mit dieser „heiligen Aufgabe“ betraut zu werden. Zufällig hielt er sich für einen davon.

Geld kommt ins Spiel

Sobald die Möglichkeiten der Anwendung der Freudschen Psychologie auf die Massenmedien erkannt wurden, hatte Bernays mehr Konzernkunden, als er bewältigen konnte. Globale Konzerne strömten aus allen Richtungen herbei, um den neuen Imagemacher zu hofieren. Es gab Hunderte Güter, Dienstleistungen und Ideen, die einer empfänglichen Öffentlichkeit verkauft werden sollten. Über die Jahre haben diese Konzerne das Geld gehabt, um ihre Vorstellungen wahr werden zu lassen: Philip Morris (Tabak, Marlboro), Pfizer (Pharmahersteller, Viagra), Union Carbide (Chemie), Allstate (Versicherungen), Monsanto (Agrar, Gentechnik). DuPont (Chemieriese), Eli Lilly (Pharma, z.B. Prozac), Novartis (Pharma, Ritalinhersteller), Coors (Brauerei), Shell Oil, Standard Oil (Rockefeller), Procter & Gamble, Boeing, General Motors, Dow Chemical (Agrar, Pharma, Medizin, Chemie, Öl), General Mills (Getreideprodukte) u.v.a.

Die Spieler

Hunderte PR-Firmen sind entstanden, um die Nachfrage zu befriedigen. Darunter Edelman, Hill & Knowlton, Burson-Marsteller, Kamer-Singer (GCI-Group), Ketchum, Ogilvy PR … Obwohl dieselben innerhalb der PR-Industrie wohlbekannt sind, kennen wir diese Namen kaum – aus gutem Grund. Die beste PR ist die unbemerkte. Seit Jahrzehnten haben sie Meinungen geschaffen, mit denen viele von uns groß geworden sind, zu praktisch allem, was irgendeinen kommerziellen Wert hat: zum Berufstand der Ärzte, zu Impfstoffen, zur schlechten Meinung über Alternativmedizin, zur globalen Erwärmung, Gentechnik, zu Fertiggerichten, zur Meeresverschmutzung, zum Image von Berühmtheiten – sowie im Krisen- und Katastrophenmanagement usw..

Lektion 1

Bernays lernte schnell, dass die effektivste Weise, um Glaubwürdigkeit für ein Produkt oder eine Vorstellung zu schaffen, eine Beurteilung durch eine „unabhängige dritte Partei“, ein „unabhängiges Gremium“ sei. Es ist ein Unterschied, ob eine Aussage zum Umweltschutz von General Motors kommt oder ob ein vermeintlich unabhängiges Forschungsinstitut mit dem glaubwürdig klingenden Namen „Globale Klima-Koalition“ einen Forschungsbericht vorlegt. Daher gründete Bernays mehr Institute und Stiftungen als Rockefeller und Carnegie zusammen. Unauffällig durch jene Industrien finanziert, deren Produkte bewertet wurden, sprudelten diese „unabhängigen Gremien und Forschungseinrichtungen“ „wissenschaftliche Studien“ und Pressemitteilungen heraus, die das Image erzeugen, das ihre Macher haben wollen. Solche Frontgruppen bekamen hochtrabende Namen: Verbraucherschutz, Klimaforschungsstiftung, Internationaler Rat für Lebensmittelinformation, Stiftung für saubere Luft, Zentrum für Produktqualität, Cato-Institut (Denkfabrik in Washington), Amerikanischer Rat für Wissenschaft und Gesundheit, Globale Klima-Koalition, Allianz für bessere Ernährung, Manhattan-Institut …

Nachrichtenkonserven

Diese und zahllose ähnlich klingende Organisationen sind Frontgruppen mit der Aufgabe, das Image der globalen Konzerne zu verbessern. Dies geschieht u.a. über einen Strom von Pressemeldungen, die „bahnbrechende neueste wissenschaftliche Forschungsergebnisse“ an Sender und Zeitungen verbreiten. Viele dieser Konservenberichte lesen sich wie echte Nachrichten und wurden absichtlich ins Nachrichtenformat gebracht. Dies erspart Journalisten die Mühe, das Thema selbst zu recherchieren – vor allem bei Themen, von denen sie kaum Ahnung haben. Ganze Beiträge können ohne redaktionelle Bearbeitung, aber mit Verfasserangabe des Reporters, der Zeitung oder des Senders übernommen werden – Fertignachrichten, geschrieben von PR Unternehmen! Dies geschieht so jeden Tag, seit den 1920ern, als die Idee der Nachrichtenmeldung durch Ivy Lee erfunden wurde. Manchmal basiert die Hälfte der Berichte eines Wall Streets Journal (zweitgrößte Tageszeitung der USA) allein auf solchen PR-Meldungen – sie werden gezielt unter ordentlich recherchierte Berichte gemischt. Solange Sie nicht selbst Journalist sind oder eigene Rechercheerfahrung besitzen, werden Sie den Unterschied kaum bemerken können.

Die Sprache der Verdrehung

Wie die Meinungsmacherpioniere Erfahrungen sammelten, lernten sie, dass die „Psychologie des Pöbels“ sich auf Emotionen konzentriert und nicht auf Tatsachen. Gute PR stütze sich daher nicht auf Logik, sondern auf die Präsentation. Hier einige ihrer zentralen PR-Grundsätze: • Technologie ist im Grunde Religion. • So lange das Volk zu rationalem Denken fähig ist, ist wahre Demokratie gefährlich. • Wichtige Entscheidungen sollte man Experten überlassen. • Beim Zurechtrücken von Angelegenheiten halten Sie Abstand zur Substanz, erschaffen Sie Bilder. • Äußern Sie keine eindeutig beweisbaren Lügen.

Worte werden aufgrund ihrer emotionalen Wirkung sehr sorgfältig gewählt. Hier ein Beispiel: Eine Frontgruppe namens „Internationaler Rat für Lebensmittelinformation“ kümmert sich um die öffentliche Abneigung gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel. Die Öffentlichkeit fürchtet sich instinktiv vor neuen Schöpfungen, deren Erbsubstanz manipuliert ist. Der Rat möchte die Öffentlichkeit jedoch von der „Unbedenklichkeit“ genmanipulierter Lebensmittel überzeugen, also vermeidet er Worte wie: Franken-stein, Biotechnologie, chemisch, DNA, Experimente, Bestrahlung, Gen-Roulette, Zufall. Stattdessen enthält PR für Genlebensmittel Wörter wie: Kreuzung, natürliche Ordnung, Schönheit, Wahl, Artenkreuzung, Vielfalt, organisch … Die Tatsache, dass genmanipulierte Lebensmittel keine Kreuzungen sind, die der langsamen und sorgfältigen wissenschaftlichen Methode der Kreuzzucht unterworfen waren, spielt keine wirkliche Rolle. Hier haben wir es mit Pseudowissenschaft, nicht mit echter Wissenschaft zu tun. Was meinen Sie, wer den „Internationalen Rat für Lebensmittelinformation“ finanziert? Richtig: Monsanto, DuPont, Coca Cola, Nutrasweet – alle, die aus genmanipulierten Lebensmitteln Gewinn ziehen.

Eigenschaften guter Propaganda

PR-Firmen entwickelten Richtlinien für effektive Massenkontrolle, von denen ich Ihnen einige vorstellen möchte:

  • Entmenschlichen Sie die angegriffene Partei, indem Sie sie beim Namen nennen und dann als … abstempeln.
  • Sprechen Sie in prachtvollen Allgemeinplätzen mit emotional positiven Worten.
  • Wenn Sie etwas zugestehen müssen, reden Sie nicht Klartext, lenken Sie ab.
  • Holen Sie Beurteilungen von Berühmtheiten, Kirchen, Sportlern, Straßenvolk ein – von jedermann, der keine Fachkenntnisse zum Thema parat hat.
  • Der Kniff fürs ‘Fußvolk’: Unsere Milliardäre sind auch nur Menschen wie wir.“
  • Wenn Sie Gräuel verharmlosen, sagen Sie nichts Denkwürdiges, heben Sie den Nutzen des Geschehenen hervor, vermeiden Sie moralische Fragen.

Wenn Sie also verlogene PR entdecken wollen. dann fangen Sie einfach an, nach diesen Techniken Ausschau zu halten!

Wissenschaft zu vermieten

PR-Firmen sind sehr geschickt bei der Vorbereitung von Nachrichtenmeldungen geworden. Sie haben gelernt, die Namen berühmter Wissenschaftler mit der Forschung zu verknüpfen, Wissenschaftler allerdings, die ihre Nase vielleicht kein einziges Mal in die betreffende Forschungsarbeit hineingesteckt haben. Auf diese Weise wird Redakteuren oft nicht mal bewusst, dass einzelne Berichte völlige PR-Fabrikationen sind.

1922 entdeckte General Motors (GM), dass die Beigabe von Blei zum Benzin mehr PS erbrachte. Als es Bedenken gab, bezahlte GM das Bergbauamt dafür, Versuche durchzuführen und unechte Forschungsergebnisse zu veröffentlichen, die „bewiesen“, dass das Einatmen von Blei harmlos sei. Stellen wir in diesem Zusammenhang Herrn Charles Kettering vor. Derselbe war nicht nur Gründer des weltberühmten Sloan-Kettering-Gedächtnisinstituts für medizinische Forschung, sondern „zufällig“ auch Vorstand bei GM. „Zufällig“ brachte das Sloan-Kettering-Institut Berichte heraus, die besagten, dass Blei von Natur aus im Körper vorkomme und dass der Körper die Möglichkeit habe, geringe Mengen davon wieder auszuscheiden.

Durch ihre Verbindung zur „Stiftung für industrielle Hygiene“ und zum PR-Riesen Hill & Knowlton boykottierte Sloan-Kettering jahrelang alle Anti-Blei-Studien mit Erfolg. Ohne organisierten wissenschaftlichen Widerstand wurde in den nächsten 60 Jahren mehr und mehr Benzin verbleit, bis in den 1970ern schon 90 Prozent des Benzins verbleit waren. Nach Jahren unermüdlicher, unabhängiger Aufklärungsarbeit wurde die Schädlichkeit von Blei schließlich zu offensichtlich und verbleites Benzin wurde ab den 1980ern langsam abgeschafft. Aber in insgesamt 60 Jahren wurden über 30 Millionen Tonnen Blei staubförmig auf unseren Straßen freigesetzt.

„Ramschwissenschaft“

1993 schrieb ein gewisser Peter Huber ein Buch namens „Galileos Rache. Darin prägte er den Begriff der Ramschwissenschaft. Hubers flache These lautete, dass „wahre Wissenschaft“ Technologie, Industrie und Fortschritt fördere. Alles übrige sei Ramschwissenschaft. Das Buch wurde durch das industriegestützte Manhattan-Institut gefördert, nachdem es zuvor kaum beachtet worden war – nicht nur, weil es schwach geschrieben war, sondern auch, weil Huber nicht verstand, dass wahre wissenschaftliche Forschung ohne Schlussfolgerung beginnt. Wahre Wissenschaftler suchen die Wahrheit, weil sie diese noch nicht kennen.

Echte Wissenschaft geht so: (1) Man bildet eine Hypothese, (2) trifft Vorhersagen für diese Hypothese, (3) prüft die Vorher-sagen im Versuch, (4) verwirft, bestätigt oder revidiert die Hypothese aufgrund der Forschungsergebnisse.

Der Bostoner Universitätswissenschaftler Dr. David Ozonoff erklärt, dass Ideen in der Wissenschaft wie „lebende Organismen“ seien, die genährt, gepflegt und mit (Finanz-)Mitteln kultiviert werden müssten, damit sie wachsen und erblühen könnten. Große Ideen, die diese finanziellen Mittel aufgrund kommerzieller Betrachtungswinkel nicht erhalten, fallen daher kaum auf, sie verkümmern und sterben ab.

Ein weiteres Indiz, anhand dessen Sie oft wahre und falsche Wissenschaft voneinander unterscheiden können, ist, dass wahre Wissenschaft auf Mängel in ihrer Forschung hinweist. Falsche Wissenschaft heuchelt, dass es keine Mängel gäbe.

Echte Ramschwissenschaft

Durch Konzerne gesponserte Forschung, ob im Bereich der Medikamente, der genmanipulierten Lebensmittel oder der Chemie, beginnen immer mitbeabsichtigten Schlussfolgerungen. Es wurde daher Aufgabe des modernen Wissenschaftlers, die „Wahrheit“ dieser vorab gewünschten und geforderten „Schlussfolgerungen“ nachträglich zu „beweisen“, weil dieser „Beweis“ der geldgebenden Industrie wirtschaftliche Vorteile einbringt! Diese ärgerliche Prostitution der Wissenschaft hat den gesamten Schwerpunkt der Forschung während der letzten 50, 60 Jahre drastisch verschoben – wie jeder aufrichtige Wissenschaftler bereitwillig bestätigen wird. Wissenschaftler klagen, dass die einst objektive Forschung heute zum käuflichen Handelsgut verkommen sei.

Hauptziele aufrichtiger Wissenschaft

Konzern-PR stellt sich unabhängiger Forschung, welche die öffentliche Gesundheit oder die Umwelt schützen will, oft entgegen. Mit dem Wort „Ramsch-wissenschaft“ (engl. “Junk Science”) werden da diejenigen diffamiert, welche die Bedrohung unserer Umwelt oder der Gesundheit aufdecken. Industrie und Politik kommt es zur Vermarktung ihrer Produkte und Ideen nur darauf an, die Illusion von Gesundheit bzw. des Umweltschutzes zu erzeugen.

Und Geld wechselt nur dann den Besitzer, wenn Forschungsinstitute das gewünschte Ergebnis liefern, egal, ob es nach streng wissenschaftlichen Kriterien wahr ist oder nicht. Echte Gesundheit und wirklicher Umweltschutz haben keinen Marktwert! Es ist ironisch, dass ausgerechnet die selbsternannten „Entlarver der Ramschwissenschaft“ meistens selbst keine Wissenschaftler sind. Wozu auch Wissenschaftler sein? Die Aufgabenstellung heißt ja nicht Wissenschaft, sondern „Image“!

Angriffssprache

Wenn PR-Firmen anerkannte Umweltgruppen und Vertreter der Alternativmedizin angreifen, verwenden sie Wörter, die einen emotionalen Hieb austeilen: grausam, gefährlich, dubios, krude, skurril, Quacksalber, Unruhestifter, verantwortungslos, Phobie (wie z.B. in homophob), Hysterie … Wenn Sie das nächste Mal einen entsprechenden Artikel lesen, beachten Sie, wie der Autor seine Voreingenommenheit durch den Gebrauch solcher Vokabeln zeigt.

Eine weitere PR-Taktik ist, die (positive) Sprache der Umweltschützer zu verwenden, um ein gefährliches, unerprobtes Produkt zu verteidigen. Dies sehen wir z.B. bei der „Nebelwand“, die Gentechnik umgibt. Es heißt, dass dieselbe nötig sei, um mehr Nahrung produzieren zu können, den Welthunger zu bekämpfen usw. Der Groschen fällt, wenn Sie erkennen, dass fast alle Gennahrungsmittel von Herbizid-/Pestizidher-stellern geschaffen wurden, damit die Pflanzen noch größere Dosen aushalten können.

Vorabprüfung!

„Veröffentlichen oder Untergehen“ lautet das Dilemma jedes Forschungswissenschaftlers. Wer sein Forschungsprojekt finanziert bekommen möchte, muss in den besten wissenschaftlichen Magazinen publizieren. Wir wissen, dass die wissenschaftlichen Magazine wie das „JAMA“ (Journal of the American Medical Association, Publikation der amerikanischen Ärztevereinigung), das „New England Journal of Med.“ (NEJM), „British Med. Journal“ usw. eine Vorabprüfung durchführen. Das bedeutet, dass alle Artikel, die zwischen den vollfarbigen Medikamentenwerbungen veröffentlicht werden, von schlauen Typen mit einer Menge Empfehlungsschreiben überprüft werden.

Manch Leichtgläubiger würde annehmen, dass die Voraussetzung dafür, dass es ein Artikel durch die Vorabprüfung schafft, jene ist, dass die darin enthaltenen Erkenntnisse hieb- und stichfest nachgeprüft worden sind. Doch obwohl sogar prestigevolle, ehrwürdige medizinische Magazine heucheln, objektiv und nicht bestechlich zu sein, ist die Wahrheit, dass sie die gleiche Sache berücksichtigen müssen wie alle Hochglanzmagazine: „Leg’ dich nicht mit deinen Inserenten an!“ Ganzseitige Werbung in den besten Magazinen kosten Millionen! Wie lange würde ein Pharmakonzern wohl für Werbefläche in Magazinen zahlen, die in ihren Artikeln die Sicherheit des Medikaments angriffen, das auf der Doppelseite in der Heftmitte zu bewundern ist?

Eine Richtlinie medizinischer Magazine besagt, dass alle finanziellen Beziehungen zwischen Autor und Produktherstellern im Artikel offengelegt werden müssen. In der Praxis kommt das jedoch nie vor! In einer Studie aus dem Jahre 1997 wurde in 147 Medizinmagazinen nicht eine einzige Erklärung gefunden (Wall Street Journal, Feb. 99). Eine Studie des New England Journal of Medicine (NEJM) von 1998 zeigte, dass 96 Prozent der vorabgeprüften Artikel finanzielle Beziehungen zu den Medikamenten hatten, die untersucht wurden.

Dann gibt es den offensichtlichen Kauf von Seiten. Eine Medikamentenfirma kann einfach mal 100.000,- an ein Magazin zahlen, damit ein wohlwollender Artikel gedruckt wird. Betrug in vorabgeprüften Magazinen ist nichts Neues. 1987 brachte das NEJM einen Artikel, der über 7 Jahre lang die Forschung von Dr. med. R. Slutsky verfolgte. In dieser Zeit veröffentlichte Slutsky 137 Artikel in vorabgeprüften Magazinen. Das NEJM fand heraus, dass in mindestens 60 dieser 137 Artikel Beweise für einen groß angelegten Wissenschaftsbetrug und etliche Fehldarstellungen zu finden waren, einschließlich Berichte von Daten aus Expe-rimenten, die niemals durchgeführt worden waren.

Dr. phil. Dean Black beschreibt, was er in Anlehnung an den Turmbau zu Babel den „Babel-Effekt“ nennt. Dazu komme es, wenn pseudowissenschaftliche Angaben in vorabgeprüften Magazinen von anderen Forschern ungeprüft übernommen oder zitiert werden, diese wieder von anderen usw. Einer schreibt vom anderen ab und die Quelle war ein vorabgeprüfter Bericht.

Fernseher wegwerfen?

Ich hoffe, dieses Kapitel hilft Ihnen, Zeitungs- und Magazinartikel anders zu lesen und Nachrichtensendungen mit einer anderen Einstellung zu sehen. Fragen Sie sich: „Was verkaufen die da gerade?“ und: „Wer verkauft es?“ Sie können Ihr Leben verbessern, indem Sie sich einfach weigern, Ihren Verstand den Massenmedien auszusetzen. Richtig verstanden – keine Zeitungen, keine Fernsehnachrichten, keine Nachrichtenmagazine. Denken Sie daran, was Sie mit der zusätzlichen gewonnenen Zeit anfangen könnten.

Glauben Sie, dass Sie alles wissen müssen, „was in der Welt vor sich geht“? Denken Sie eine Minute über die Nachrichten der letzten Jahre nach. Was hat es Ihnen real gebracht, dies alles zu wissen? Glauben Sie, dass die Nachrichten tatsächlich berichten, „was draußen in der Welt vor sich geht“? Denken Sie, dass es sonst nichts gibt – neben der erfundenen Energieknappheit, den gefilterten Berichten über ausländische Gewalt und Katastrophen und den ganzen anderen „Unberichten“?

Der Zweck der Nachrichten ist es, die Öffentlichkeit in Furcht und Unsicherheit zu halten, damit sie auch morgen wieder einschaltet und der gleichen Werbung ausgesetzt ist. Das ist das Kennzeichen der Massenmedienherrschaft. Edward Bernays sagte: „Das Volk muss gesteuert werden, ohne dass es das weiß!“ Furcht und Unsicherheit – das lässt die Leute immer wiederkommen, um mehr zu erfahren. Was würden Sie verlieren, wenn Sie ganz damit aufhören würden? Würde Ihr Leben finanziellen, moralischen, intellektuellen, spirituellen oder akademischen Verlust erleiden? Müssen Sie sich Ihre persönlichen Werte ständig mit dem Löffel zufüttern lassen? Sind diese Shows wirklich amüsant? Nennen Sie nur ein Beispiel, wie sich Ihr Leben verbessert hat durch Fernsehnachrichten oder das Lesen des Abendblattes! Welchen messbaren Gewinn hat es gebracht?

Planet der Affen?

Keine Frage, dass wir von Jahr zu Jahr dümmer werden. Schauen Sie nur auf die Präsidenten! Reichen Sie einem beliebigen Studenten ein Buch von Henry Dumas oder Jane Austen und bitten Sie ihn, von einer zufällig aufgeschlagenen Seite nur einen Absatz laut vorzulesen. Die Skalen der Eignungstests werden immer weiter herabgesetzt, um zu vertuschen, wie dumm und dümmer Kinder werden. 10 Prozent haben eine attestierte „Lernunfähigkeit”, die mit Tabletten behandelt wird. Beachten sie die Tendenz des intellektuellen Niveaus bei Kinofilmen.

Das mangelnde Bildungsniveau erleichtert der PR-Industrie die Arbeit ungemein. Nicht nur, dass kaum einer mehr seine Aufmerksamkeit auf den Vorgang der Konditionierung richtet; eine sogar noch geringere Minderheit der Bevölkerung ist in der Lage, die Sache zu verstehen, wenn man sie ihr erklärt!

Teepause in der Cafeteria

Stellen Sie sich vor, Sie sind in einer überfüllten Cafeteria und kaufen eine Tasse Tee. Als sie sich gerade hinsetzen wollen, sehen sie am anderen Ende des Raumes einen Freund. Sie stellen Ihre Tasse ab, gehen durch den Raum und plaudern ein paar Minuten mit ihm. Wenn Sie zu Ihrem Tee zurückzukommen, werden Sie ihn trinken? Ein überfüllter Ort und Sie haben ihn einige Minuten unbeaufsichtigt gelassen. Jeder in diesem Raum hatte Zugang zu Ihrem Tee. Mit Ihrem Verstand verhält es sich nicht anders. Aktivitäten wie das Einschalten des Fernsehers oder die täglich unkritisch absorbierten Massenpublikationen erlauben praktisch jedem den Zugang zu Ihrem Verstand – jedem mit einem Ziel und den Mitteln, über populäre Medien eine öffentliche Meinung zu bilden.

Die Moral von der Geschicht’: Wie die Tasse Tee, so ist auch Ihr Verstand es wert, bewacht zu werden, und wert, nicht jeden heranzulassen. Dies ist Ihr Leben, Ihre Zeit. Warum sollten Sie beides verschwenden, indem Sie erlauben, Ihr Potential, Ihre Persönlichkeit und Ihre Werte nach den Launen der Massenausbeuter formen, bearbeiten und einschränken zu lassen? Es gibt viele wichtigere Entscheidungen, die für unser physisches, mentales und spirituelles Wohlsein entscheidend sind, Entscheidungen, die Information und Forschung erfordern. Wenn Geld im Spiel ist, sind objektive Daten nicht einfach zu erhalten. Merken Sie sich dies: Wenn jeder eine Sache weiß, dann ist das Image gekauft und bezahlt worden.

Wirkliches Wissen zu erreichen, ist etwas aufwendiger, als TV zu schauen! Ein wenig „Ausgrabungsarbeit“ ist nötig. Man muss dazu mindestens ein „Stockwerk“ tiefer buddeln als bis zu dem, „was jeder weiß“.